Versickerungsmulde

Von der Planung bis zur Umsetzung

Projektbeschreibung Versickerungsmulde:

2026 wurde am „Langen Kamp“ in Ahaus eine biodiversitätsfördernde Versickerungsmulde umgesetzt. Die bislang überwiegend als technische Rasenfläche genutzte Mulde wurde ökologisch umgestaltet und dient nun gleichzeitig der Regenwasserversickerung, Klimaanpassung und Biodiversitätsförderung.
Grundlage des Projekts ist die Weiterentwicklung des DWA-Regelwerks A 138-1 sowie aktuelle Forschung zu „multifunktionalen Versickerungsmulden im Siedlungsraum“.
Ziel war es zu zeigen, dass technische Regenwasserinfrastruktur nicht nur funktional, sondern auch ökologisch hochwertig gestaltet werden kann.
Dazu wurden über 3.000 heimische Wildstauden gepflanzt sowie Vogelnährgehölze, Totholzstrukturen und zwei Benjeshecken integriert. Die Fläche dient damit zahlreichen Wildbienen, Schmetterlingen und weiteren Tierarten als Lebensraum und verbessert gleichzeitig durch Verdunstung und Wasserrückhalt das Mikroklima.
Besonderes Augenmerk lag auf der Umweltbildung und Übertragbarkeit. Über großformatige Infotafeln, QR-Codes und die digitale „Kiek’es Tour“ werden die ökologischen Zusammenhänge verständlich vermittelt. Besucherinnen und Besucher erhalten Informationen zu geeigneten Pflanzenarten und können den Ansatz auch im privaten Garten umsetzen, beispielsweise zur naturnahen Dach- und Regenwasserbewirtschaftung.
Das Projekt versteht sich als Pilotfläche mit Modellcharakter. Versickerungsmulden begleiten Straßen, Wirtschaftswege, Wohn- und Gewerbegebiete vielerorts als lineare Infrastrukturflächen und besitzen dadurch ein enormes (Flächen-) Potenzial für den Biotopverbund und die klimaangepasste Stadtentwicklung.

Umsetzung:
Konzeptentwicklung/Organisation: Chriss Hintemann
Gärtnerische Fachplanung: Chriss Hintemann
Visualisierung/Beschilderung: Luke Hintemann

Ablauf und weitere Akteure:
Die Stadt Ahaus stellte die Fläche zur Verfügung, übernahm die Finanzierung der Pflanzen und der Bauhof schuf die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung. Dazu wurden Teilbereiche ausgekoffert, Bodenmaterial angepasst und die Fläche für die spätere Pflanzung vorbereitet.

Im Anschluss erfolgte gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen die Pflanzung der Wildstauden und Gehölze. Unterstützt wurde die Aktion unter anderem durch die NABU-Gruppe Ahaus, den NABU Kreisverband Borken sowie die AG Grünes Ahaus vom Runden Tisch Nachhaltigkeit Ahaus. Des Weiteren beteiligten sich auch Anwohnerinnen und Anwohner gemeinsam mit ihren Kindern an der Umsetzung. So entstand nicht nur ein neuer Lebensraum, sondern auch ein öffentlich sichtbares Beispiel dafür, wie technische Infrastruktur naturnah und klimaangepasst gestaltet werden kann.